Reduziere dich Freitag

Ein interaktives Kunstprojekt von Maria Eilers und mir im Frühjahr 2008

Es beginnt mit einer Aufforderung: Wir bitten Menschen aus Hannover und aller Welt für ein Kunstprojekt Wörter zu schicken. Das angereiste Sammelsurium aus Worten wird mal augenzwinkernd, mal Sinn suchend von der Autorin zu Texten verarbeitet und auf vorbereitete Keramikplatten geschrieben. Einzelne Textausschnitte werden anschließend in einem speziellen Verfahren geschützt.

Das Publikum wird in einem nächsten Aufruf um die Einsendung von Farbwünschen gebeten – und meldet sich mit genauen Vorschlägen zurück: „Blutrot… von zertanzten Füßen“, „ein tiefes Rot wie brennende Leidenschaft“, „Muschelschalenblau“, „Maigrün“… Guido Kratz nimmt die Farbimpulse auf, vermengt sie mit eigenen Farbideen und malt über die Texte eine Farbkomposition auf die Keramikplatten. Er kann sich nur auf die fragmentarischen Textteile stützen, die sichtbar sind, den ganzen Text kennt er nicht.

Wenige Tage später wird eingeladen. Treffen vor dem Brennofen: Pastellig-puderig wirken die großen und kleinen Keramikbilder, als sie zur Bildöffnung aufgereiht bereit liegen. Die verdeckten Text- und Farbflächen werden vor dem Brennen von Guido Kratz im Beisein von Interessierten freigelegt und verändern die Form- und Farbwirkung des jeweiligen Bildes völlig.

Einige Tage später werden die Bilder Stück für Stück in der Glut des Brennofens gebrannt. Eine weitere Metamorphose geschieht in die sich aber nicht mehr eingreifen lässt. Jedes Bild hat inzwischen seine eigene Geschichte, und tritt wie neu geboren aus dem Brennofen.

So sind 27 Texte und 27 mitunter mehrteilige Bilder entstanden, die im April 2008 in einer Ausstellung im Block 16, einem Künstlerhaus in Hannover, der Öffentlichkeit vorgestellt wurden.

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