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Hilft Kunst bei Veränderungen in Unternehmen und Organisationen? Ein Interview mit dem Unternehmensberater Stefan Fourier.

Bringt das, was man so macht, eigentlich etwas? Wenn ich Kunst in Unternehmen trage und mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen künstlerisch arbeite, macht es Spaß mit Farben zuarbeiten und zu gestalten. Aber was bringt es langfristig? Hat der Auftraggeber, das Unternehmen oder die Organisation etwas davon?

Skulpturenworkshop 7 von Guido Kratz aus HannoverDas frage ich mich immer mal wieder, und weil es eine schwierige und interessante Frage ist, frage ich dazu andere Menschen. Diesmal unterhalte ich mich mit dem Unternehmensberater und Unternehmer Stefan Fourier darüber, was es bringt, wenn man als Künstler in einem Unternehmen ist und dort mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen etwas gestaltet.

Stefan Fourier ist ein kompetenter Gesprächspartner mit viel Erfahrung. Er hat viele Unternehmen und Organisationen beraten, ist selbst Unternehmer und hat einige Bücher veröffentlicht. Er lebt und arbeitet in Hannover.

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#kunstinunternehmen

Ein Netzwerkbildworkshop im AWO Psychiatriezentrum in Königslutter zum Thema Gesundheit.

Das AWO Psychiatriezentrum ist ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie. Das Psychiatriezentum (APZ) in Königslutter beschäftigt rund 1050 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und versorgt ein Einzugsgebiet mit etwa 880 000 Einwohnern.

Im Rahmen einer Großgruppenveranstaltung „Personalstrategie Fokus Gesundheit“ habe ich einen künstlerischen Netzwerkbildworkshop angeboten. Die Veranstaltung war eine interne Fortbildung im Zuge der neuen Personalstrategie und diente dem Wissensaufbau zum Handlungsfeld der Gesundheit, eines von vier Handlungsfeldern der Personalstrategie. Das Ziel meines künstlerischen Workshops war es, „Gesundheit“ im APZ mit den persönlichen Zielen und Bedürfnissen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu verbinden. Durch die kreative Auseinandersetzung mit Gesundheit und persönlichen Strategien, diese zu steigern, haben sich alle Teilnehmenden intensiv mit den verschiedenen Facetten des Themas beschäftigt. Auf diese Weise wurden neue Perspektiven gewonnen, die in das Netzwerkbild nachhaltig umgesetzt wurden.

In dem künstlerischen Prozess auf 50 Keramikfliesen ist ein Bild aus zwei Schichten entstanden. In einem ersten Malprozess beschäftigten sich alle Teilnehmer von einem individuellen Standpunkt aus mit dem Thema „persönliche Gesundheit“ und der Fragestellung „Wann fühle ich mich gesund?“ beschäftigt. Jeder malte zu diesem Thema ein persönliches Bild auf eine eigene Fliese. In einem zweiten Durchgang wurde das gesamte Bild mit einem gemeinsamen gefundenen Motiv zu dem etwas abwandelten, nach außen gerichteten Thema „Wie leben wir zukünftig Gesundheit im AWO Psychiatriezentrum?“ übermalt, als Botschaft an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterrinnen der Einrichtung.

Es war eine Herausforderung für alle, dieses Thema mit den zwei verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, in Bilder zu fassen und in einem Gesamtkunstwerk zu vereinen. Aber es machte auch großen Spaß, diese Aufgabe im Team zu meistern, zu erleben, wie mit Keramikfarben ein großes Bild entsteht und als Ergebnis ein großartiges Statement geschaffen zu haben. Das fertig gebrannte Bild wird im Außenbereich des weitläufigen Geländes vor dem neuen Gesundheitszentrum stehen und als Gemeinschaftskunstwerk nachhaltig wirken.

Ein Symbol für die Zukunft – ein Skulpturen Workshop im Rahmen des Mentoringprogamms der IG BCE

Einmal in die Zukunft schauen – wie wird die eigene Organisation in zehn Jahren aufgestellt sein? Welche gesellschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich geändert? Welche Bedürfnisse haben die Mitglieder, was sind die Gewerkschaftsmitglieder zu leisten imstande? Diese Fragen waren von Bedeutung, als es darum ging ein Symbol für die nahe Zukunft der IG BCE zu finden. Das Symbol sollte aber nicht nur auf dem Papier stehen, sondern in dreidimensionaler Gestalt das Licht der Welt erblicken.

Die Aufgabe bestand darin, das gefundene Zukunftssymbol in Ton zu formen, was zunächst jeder einmal für sich alleine machte. Danach war Gruppenarbeit angesagt. So entstanden in kleinen Gruppen insgesamt fünf Symbole, die als eine etwas größere Skulptur ausgearbeitet wurden.

Die Skulpturen werden noch von mir gebrannt und teilweise farblich behandelt. Die nächsten zehn Jahre, bis 2025, werden sie auf jeden Fall bestehen. Denn Keramik ist ein Material, das viele Jahrtausende überstehen kann und so werden vielleicht einmal in einer ganz fernen Zeit diese Skulpturen ausgegraben und dienen als Beweis für die Kreativität und den Erfindungsreichtum seiner Erschaffer.

Teambildungs Workshop für VW Nutzfahrzeuge

Im Dezember 2014 habe ich mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen von VWN einen künstlerischen Teambildungsworkshop durchgeführt. Wenn bei VW Nutzfahrzeuge neue Projekte anstehen, wird die Abteilung VW NBN (VW Nutzfahrzeuge-Beschaffung) aktiv und beschafft alles, was zum Bau eines neuen Fahrzeuges notwendig ist.

Die Abteilung ist in den letzten Jahren stark gewachsen, viele neue Mitarbeiter wurden in das Team integriert. Mit diesem künstlerischen Workshop sollte die Zusammenarbeit auf eine spielerische und unkonventionelle Art und Weise verbessert werden.

In meinem künstlerischen Teambildungs-Workshop werden die Standards und Schnittstellen innerhalb des Teams angesprochen, denn sie vereinfachen die Zusammenarbeit in der täglichen Arbeit. Andererseits es gibt viele zwischenmenschliche Situationen, wo Standards nicht streng befolgt werden können und Fingerspitzengefühl beim Umgang miteinander angesagt ist. Beim Malen und Umsetzen der vielen Gedanken in eigene Bilder entstehen Gespräche und Kontakte innerhalb des Teams, die sonst selten genutzt werden.

Thema des Bildes war die Frage „Was zeichnet uns als Einheit aus und welche Funktion haben wir als ein Team innerhalb von VW Nutzfahrzeuge ?“ Diese Fragestelllug wurde in Bilder umgesetzt und im Laufe der zwei Tage zu einem gemeinsamen Netzwerkbild verschmolzen.

Die 72 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen von VW NBN haben in zwei Tagen ein ausdrucksstarkes Netzwerkbild geschaffen, das nun im Eingangsbereich der gemeinsamen Büros im Werk Hannover hängt.

„Ist es ein Berg, den wir besteigen oder legen wir Samen in die Erde, damit ein Baum wachsen kann?“

Dies ist ein Bericht über einen Netzwerkbild-Workshop, den ich im Rahmen der Friedensarbeit von „Friendship Across Borders e.V.“ gegeben habe.

„Der erste wirkliche „Durchbruch“ auf eine andere Ebene, gelang mit der Erstellung eines keramischen „Netzwerkbildes“. Das Bild sollte nicht nur unseren Gruppenprozess in Gang bringen, sondern auch ein Symbol für FAB’s Programm werden.

Netzwerkbild-Workshop von Guido Kratz aus Hannover mit "Frienship Across Borders e.V." Das NetzwerkbildIn dieser Arbeit werden Kacheln individuell bemalt und danach in einem gemeinsamen Prozess zu einem sinnvollen Ganzen zusammengefügt. Das Ganze symbolisiert durch seine einzelnen, individuellen Teile ein Bild vom gegenwärtigen Zustand der Gesamtgruppe bzw. der Organisation. Um eine sinnvolle Zusammensetzung des Bildes zu finden, werden die Teilnehmer gebeten den Platz im Raum einzunehmen, der nach ihrem Empfinden die richtige Position ihrer bemalten Kacheln im Gesamtbild repräsentiert.

Tatsächlich gestaltete sich nach einigen Bewegungen ein Bild, das der Idee von „Friendship Across Borders“ (Freundschaft über Grenzen) perfekt entsprach. Ohne individuelle Absprachen hat eine Gruppe aus Deutschen, Israelis und Palästinensern in einem Prozess kollektiver Weisheit genau das aufgenommen und ausgedrückt, was FAB’s Anliegen ist: „Der dunklen Spirale der Gewalt im Nahost Konflikt eine lichtvolle Spirale aus Anerkennung und Vertrauen entgegenzusetzen“.

Doch so einfach wie es klingt, war dieser Prozess nicht!

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