Workshops – Feedback

… ich habe den Tag als sehr erhellend erlebt. Die Dynamik unseres alltäglichen Zusammenarbeitens trat im Workshop in konzentrierter Form zutage. Dadurch wurde für mich einiges erstmals überhaupt sichtbar. Beeindruckend war dabei, dass die Thematisierung und der Umgang damit im Rahmen des künstlerischen Prozesses sehr leicht und in spielerischer Weise möglich war.

Ich glaube eine große Stärke des Workshops ist, dass dort die Zusammenarbeit wie im Zeitraffer geschieht und das Projekt „Netzwerkbild“ in ein bis zwei Tagen abgeschlossen ist. Im Alltag arbeitet man auch an Projekten, aber da bekommt man die (heimlichen) Regeln des Zusammenarbeitens oftmals nicht mit, weil die Ereignisse, in denen sich diese Regeln äußern, einfach zeitlich zu weit auseinander liegen und man dann keinen Zusammenhang herstellen kann. Genau das gelingt aber in Ihrem Workshop, weil hier der ganze Prozesse konzentriert wird und deshalb auch die Dynamiken der Zusammenarbeit in konzentrierter Form erscheinen und dadurch deutlich sichtbar werden. Dr. Markus Kieselhorst, HWAK Hochschule Hildesheim

… sehr geehrter Herr Kratz,
zunächst sind wir durch Ihre wunderschönen Keramiken auf Sie aufmerksam geworden. Dass aus diesem optischen Vergnügen der kreative Prozess einer gemeinsam erarbeiteten Keramik unserer Abteilung wurde, war da noch nicht absehbar. Erst Ihr kluges, didaktisches Konzept und Ihre einfühlsame Führung haben es ermöglicht, dass innerhalb nur eines Tages aus der Bündelung unserer individuellen Ausdrucksmöglichkeiten – im wahrsten Sinne – spielerisch eine Gesamtkeramik entstand, an der wir uns gemeinsam jeden Tag erfreuen können. Wir danken Ihnen für einen Tag fröhlichen gemeinsamen Schaffens und für eine bleibende Erinnerung daran. Barbara Gutmann, Group Executive Development Volkswagen Coaching GmbH

… im Namen unseres ORGATEC-Teams möchte ich mich bei Ihnen bedanken und Ihnen zu dieser mehr als gelungenen Veranstaltung in Berlin gratulieren. Sie haben es in einzigartiger Weise verstanden, unsere Mannschaft mit über 60 Personen an dieses, sicher für jeden spannende Thema heranzuführen.

Sehr einfühlsam, in wohl dosierten Verständniseinheiten haben Sie einen für uns alle nicht auf Anhieb durchschauenden Prozeß erläutert. Das Heranführen an Materialien, das „Ingangsetzen eigener Kreativität“ und die Umsetzung beider Aspekte in Form der „Probefliese“ zeugt von hoher Sensibilität und Verantwortung.

Durch Ihre sehr kompetente, überzeugende, stets hilfreiche und dabei den Humor nicht verlassende Art, ist es Ihnen gelungen, dramaturgisch ein großartiges Werk gemeinsam zu schaffen und vor allen Dingen bei jedem Einzelnen ein sehr hohes Identifikationspotenzial mit dem gemeinsam Geschaffenen zu erzeugen.

Ich kann Ihnen sagen, dass das Ziel, welches wir im Sinne eines Team-Geistes oder Team-Spirits definiert haben, mehr als erreicht betrachtet werden kann. Jeder der uns auf der ORGATEC besuchte, hat uns dies bestätigt.

Wir waren die beste Mannschaft auf der ORGATEC! Wir sind die beste Mannschaft geworden. Sie haben einen sehr großen Anteil daran. Wir werden daran arbeiten, dass diese Mannschaft sich weiterentwickelt.Dies ist unser Anspruch und unsere Verpflichtung. Leonhard Hasting, Haworth Holding

…  im Oktober 2007 hat der Künstler und Keramiker Guido Kratz mit 28 pädagogischen MitarbeiterInnen aus unterschiedlichen Teams der Werk-statt-Schule e.V., einem Bildungsträger aus Hannover, ein Netzwerkbild entstehen lassen. Die eineinhalb-tägige Aktion fand zu Beginn der jährlich stattfindenden Klausurwoche des Bildungsträgers statt und zielte auf die Teamentwicklung.

Dieser kreative Akt sollte die Kommunikation zwischen Teams verschiedener Arbeitsbereiche fördern und eine positive Arbeitsatmosphäre für die noch folgenden inhaltlichen und organisatorischen Diskussionsschwerpunkte der Klausurwoche schaffen.

Effekte, die wir im Laufe des Entstehungsprozesses des gemeinsamen Werkes (aber auch noch danach) feststellen konnten, waren:

Förderung einer über den unmittelbaren Arbeitsbereich hinausgehenden Kommunikation im Unternehmen,
Schaffung einer offenen und kreativen Atmosphäre,
gute Abbildung von Strukturen und Problemfeldern innerhalb des Unternehmens,
Förderung von Identifikationsprozessen mit dem Betrieb als Ganzes.
Guido Kratz ist es in hohem Maße gelungen, sich auf die heterogene MitarbeiterInnengruppe der Werk-statt-Schule einzustellen und diese zielorientiert, empathisch, künstlerisch und fachlich kompetent durch die Höhen und Tiefen dieses kreativen Teamentwicklungsprozesses zu leiten.

Das durch seine Mithilfe entstandene Netzwerkbild wirkt auf alle Beteiligten nachhaltig weiter, erfüllt uns alle mit Stolz und dokumentiert in anschaulicher Weise das kreative Potential und die Vielfältigkeit der Werk-statt-Schule nach außen.

Als leuchtendes Kunstwerk und Erinnerung an einen spannenden Prozess empfängt es zukünftig uns und unsere SchülerInnen und BesucherInnen täglich auf Neue und birgt auch in Zukunft viele Diskussions- und Anknüpfungspunkte für Fragen und Anregungen von innen und außen und kann somit die Kommunikation positiv beeinflussen.

Im Namen aller MitarbeiterInnen bedanken wir uns ganz herzlich für diese spannende, anregende und wirkungsvolle Aktion. Für die Geschäftsleitung der Werk-statt-Schule e.V. – Maren Mutschall

… das Seminar war eine einzigartige Erfahrung, noch fünf Tage nach dem Seminar träume ich von den schön schimmernden Farben und den vielen Formen.  Zum einen hatte ich während des Seminars das Gefühl, völlig in Vergessenheit geratende Bereiche meiner Persönlichkeit mal wieder zu fordern, zum anderen war die Erfahrung, sich im Team  zu einigen, eine besondere Herausforderung. Nachdem man mit Leidenschaft ein individuelles Bild angefertigt hatte, wurde es uns zunächst einmal durch den Künstler mit einer weissen Glasur wieder „genommen“ – die eben noch bunt schimmernden Farben waren in einem anonymen Weiss verschwunden – , und dann musste man seine sehr persönlichen Fliesen mit den anderen teilen, und ihnen zugestehen, dass auch sie ihre individuelle Note dort hinsetzten.

Spannend war für mich zu beobachten, dass ich bei jedem ersten Teamvorschlag totale Ablehnung verspürte und dachte, „wir würden uns niemals, im Einverständnis aller, einigen können“, doch am Ende des Einigungsprozesses konnte ich mich mit dem Ergebnis voll und ganz identifizieren. Diane Braucks, Human Resources Manager

„Ist es ein Berg, den wir besteigen oder legen wir Samen in die Erde, damit ein Baum wachsen kann?“ 

Der erste wirkliche „Durchbruch“ auf eine andere Ebene, gelang mit der Erstellung eines keramischen „Netzwerkbildes“. Das Bild sollte nicht nur unseren Gruppenprozess in Gang bringen, sondern auch ein Symbol für FAB’s Programm werden.

In dieser Arbeit werden Kacheln individuell bemalt und danach in einem gemeinsamen Prozess zu einem sinnvollen Ganzen zusammengefügt. Das Ganze symbolisiert durch seine einzelnen, individuellen Teile ein Bild vom gegenwärtigen Zustand der Gesamtgruppe bzw. der Organisation. Um eine sinnvolle Zusammensetzung des Bildes zu finden, werden die Teilnehmer gebeten den Platz im Raum einzunehmen, der nach ihrem Empfinden die richtige Position ihrer bemalten Kacheln im Gesamtbild repräsentiert.

Tatsächlich gestaltete sich nach einigen Bewegungen ein Bild, das der Idee von „Friendship Across Borders“ (Freundschaft über Grenzen) perfekt entsprach. Ohne individuelle Absprachen hat eine Gruppe aus Deutschen, Israelis und Palästinensern in einem Prozess kollektiver Weisheit genau das aufgenommen und ausgedrückt, was FAB’s Anliegen ist: „Der dunklen Spirale der Gewalt im Nahost Konflikt eine lichtvolle Spirale aus Anerkennung und Vertrauen entgegenzusetzen“.

Doch so einfach wie es klingt, war dieser Prozess nicht!

Als klar wurde, dass dieses Werk eine Spitze hat und einen breiten Rumpf, stand die Frage im Raum, was nun oben und unten sei. Wie es aufgehängt werden soll, damit es FAB’s Idee am Besten wiedergibt. Die einen argumentierten, die so genannte Spitze müsste oben sein, denn es sei die Spitze eines Berges, den wir gemeinsam erklimmen wollten. Die anderen sagten, nein, dies ist ein Baum, und somit müsse die Spitze als die Wurzel gesehen werden und deshalb unten sein. Denn mit unserer Arbeit legen wir den Samen eines Baumes in die Erde, der Rumpf im Bild symbolisiert das Blätterdach, unter dem alle Platz haben. Da keine Einigung erzielt werden konnte, beschlossen einige das Ganze quer zu legen und als Fluss zu betrachten. Es war das Signal für einen Palästinenser zu behaupten, dies sei nun das Bild einer Pistole und könne somit nicht als Symbol für FAB dienen.

Die Diskussion wurde damit sehr persönlich und die Behauptungen und Meinungen gingen weit auseinander. Mit einem Mal ging es nicht mehr um das Bild und wie wir es aufhängen wollten, es ging um Israel und Palästina. Die Deutschen mischten nun mit und wurden aufgefordert parteiisch zu werden. Sie sagten ebenfalls die Spitze gehöre nach oben, denn FAB bildet mit seinen Programmen eine Pyramide. Der ganze Raum war in Bewegung und das Bild wurde immer mehr zum politischen Objekt.

Plötzlich teilte sich die Gruppe, die meisten Teilnehmer standen an der Spitze, da sie sagten, dies sei eine Pyramide bzw. ein Berg. Einige wenige, die es als einen Baum bezeichneten, standen unten.

Einer davon war der  Palästinenser Khalil. Fast drohend erwartete er von uns allen eine definitive Entscheidung und zwar für seine Ansicht, da er sich sonst nicht gesehen fühlte. Es wurde laut und hektisch zwischen uns.

Da standen nun auf der einen Seite des Bildes die Israelis mit fast allen  Deutschen und auf der anderen Seite ein paar Palästinenser, jedoch nicht alle. Die Deutschen wurden daraufhin schwach und wollten die Palästinenser nicht im Stich lassen. Daran entzündete sich eine erneute Diskussion. Eine Deutsche verließ aufgelöst und weinend das Szenario, sie konnte diesen Streit nicht aushalten. Ein Israeli holte sie zurück.

Was sollte das Bild nun sein, eine Pyramide, ein Berg, den wir gemeinsam erklimmen wollten, ein Fluss oder ein Baum, dessen Samen wir bereits in den Boden gelegt haben? Wie wollten wir es aufhängen?

Die ganze Tragik des Nahost Konfliktes zeigte sich genauso wie die Rolle, welche die Deutschen bzw. die Europäer dabei spielen. Die Deutschen wollten sich auf gar keinen Fall den Vorwurf gefallen lassen, aus Schuldgefühlen bei den Israelis zu stehen, was sie aber de facto taten. Die Israelis, die sich von den Palästinensern  bedrängt fühlten, wollten ihnen nicht einfach Recht geben. Die Palästinenser behaupteten hartnäckig, nur ihre Sicht sei die richtige, und sollten wir nicht mit ihrer Sichtweise einverstanden sein, würden wir den ganzen Versöhnungsprozess gefährden. Sie gaben zu verstehen, sehr oft nachgegeben zu haben und das wollten sie jetzt nicht mehr tun.

Es herrschte Ratlosigkeit und Frustration. Manche wollten aufgeben und sahen darin überhaupt keinen Sinn. Doch andere kämpften weiter. Da kam eine Deutsche auf die Idee, das Bild sollte nicht aufgehängt werden, sondern wir wollten es einmal, zur gegebenen Zeit, in den Boden einlassen. So könne es sowohl von oben, als auch von unten und von der Seite akzeptiert werden.

Alle atmeten auf – das ist es! Abgekämpft stimmten dem alle zu, und keiner hatte sein Gesicht verloren.

Für dieses Bild, das uns zum ersten Mal in diesen Tagen gezwungen hatte „Durch die Augen des Anderen zu sehen“ und wahrzunehmen, wie wichtig es ist, in der eigenen Wahrheit gehört und akzeptiert zu werden, gibt es heute noch keinen geeigneten Ort. FAB ist am Beginn eines langen Weges und auch dies drückt das Bild symbolisch aus. Am Ende dieses Weges steht die Liebe und die Wahrheit wie sie jede Nation für sich braucht. Liebe und Wahrheit ist zugleich auch der Same mit der unser Weg begann. So sind diese Werte das große Ziel das wir ansteuern und zugleich der Ausgangspunkt für unsere Arbeit.

Mit diesem Keramik-Netzwerkbild ist uns ein eindrückliches Symbol für die Arbeit von FAB gelungen. Wir hoffen für dieses Bild finden sich Sponsoren, die unsere Arbeit berührt und die uns helfen, Büros in Ramallah und in Jerusalem zu finanzieren. Dann wird einmal das Bild nach oben zeigen und einmal nach unten, genauso wie sich jede Nation es wünscht und braucht, um einander anerkennen zu können.

Es war wirklich so, am Ende dieses zweiten Tages im Seminar „Lass mich durch deine Augen sehen“ waren wir bereits emotional durchgeknetet worden und hatten teilweise unsere aufgesetzten Masken entfernt. Kopfschüttelnd sagten manche, wie können wir nur über so etwas Unwichtiges streiten und gleichzeitig war klar, wir sind inmitten einer wichtigen Beziehungsarbeit. Autorin: Brigitta Mahr, Vorsitzende im Verein „Friendship Across Borders-FAB“ e.V,